Gehirn 4.0

HeavoTim
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Es ist ja total praktisch: Wenn uns nicht mehr einfällt, wie der Filmtitel heißt, über den wir gerade reden, googeln wir. Wo Bielefeld genau liegt? Da fragen wir Tante Google. Wie heißt nochmal unser Wirtschaftsminister? Google weiß es. Dass wir schnell mal nachsehen können, was ein gewünschtes Produkt kostet und ob der Bücherladen um die Ecke offen hat und was gerade in der Welt passiert: Das sind eindeutige Vorzüge des digitalen Zeitalters. Wissen ist überall und ständig verfügbar, wir müssen nur einen Blick ins Internet werfen. Während es wirklich praktisch ist, Dinge des
täglichen Bedarfs ohne großen Aufwand in Erfahrung bringen zu können, sollten wir bei Faktenwissen lieber zweimal überlegen, woher wir uns dieses Wissen holen. Denn vieles davon ist in unserem Gedächtnis abgespeichert. Doch je seltener wir das aktivieren, desto schwieriger können wir Informationen abrufen und desto eher geraten sie in Vergessenheit. Schließlich will unser Gedächtnis genutzt werden. Wir wissen alle, dass Wiederholungen das Lernen
vereinfachen. Das heißt aber auch, dass wir Fakten, über die wir immer mal wieder nachdenken oder sprechen, viel besser abspeichern.

Wenn wir bei jeder Frage sofort googeln, können sich Informationen nicht fest in unserem Gedächtnis verankern, da wir gar nicht mehr nachdenken. Das Stichwort „Google-Gedächtnis“ taucht schon seit Längerem auf: Es bedeutet, dass wir unser Gedächtnis outgesourct haben. Ins Internet. Das Fatale ist, dass wir das gar nicht bewusst bemerken. Studien haben gezeigt, dass wir uns für schlauer halten, da wir uns Informationen leicht beschaffen können.

Und dabei nicht merken, dass wir diese Infos gar nicht im Gedächtnis speichern. Was so schlimm daran ist? Dass wir ohne Informationen im eigenen Gedächtnis keine Fakten mehr beurteilen können – denn dazu bräuchte man ja Wissen. Wir können Fake News nicht mehr von echten Neuigkeiten unterscheiden, da wir nicht wissen, wie wir sie beurteilen können. Entscheidungen treffen fällt uns immer schwerer, da es dazu des Wissens im eigenen Kopf bedarf – und so entscheiden im schlimmsten Fall andere Menschen über uns und unser Leben. Was wir dagegen tun können? Unser Gehirn nutzen! Das ist gar nicht so schwierig.

Tipp:

  • Vor dem Googlen kurz innehalten und überlegen, was wir übr das Thema wissen.
  • Nach dem Goooglen einen Moment über die Fakten nachdenken oder mit anderen Menschen darüber sprechen.

Unser Gehirn nimmt das dankbar auf und speichert die Fakten ab. Damit wir wieder selbstbestimmt und informiert unser Leben leben können.

Artikel verfasst von Julia Kunz

Bild: http://unsplah.com/s/photo/brain